Katja Plaehn

 Geb. 1962 in Hamburg, lebt in Kiel

Aus den Schalen meines strategischen Selbst brechen Figuren hervor, die Hülle haltend wie ein altes Kleid.Meine Gedanken über Zusammenhänge zwischen Leib und Raum oder Körper und Bild gehen meist davon aus, dass der Leib seinerseits ein Raum ist. Er beherbergt neben der Seele des Menschen Sinnesorgane, die in der Lage sind das atmosphärische Feld um den Leib herum zu erkunden.

Katja Plaehn’s Arbeiten beschreiben psychologische Räume. Die Sprache der Kunst  ist dabei Ort der Abbildung und Prozess der Entdeckung (Entschleierung) gleichermaßen. Als sie sich in den 1990er Jahren von ihrem damaligen Ehemann und Vater ihrer beiden Kinder trennte, arbeitete sie an der Geschichte des Handstocks. Ihre Lebenslage selbst begriff sie zunehmend als Stockung. In Folge erlebte sie einen kompletten Formverlust – die Unfähigkeit des Fortgehenkönnens und Fortgehenlassens führte dazu, dass der Mann alle ihm zugänglichen bis dahin entstandenen plastischen Werke zerschlug.

Studium der Freien Kunst/Bildhauerei an der Muthesius-Hochschule Kiel. Arbeit seit 1984 als Bildhauerin, Malerin und Performancekünstlerin. Mitgründerin der Produzentengalerie Prima Kunst e.V. Kiel 1985; Beginn der künstlerischen Arbeit mit Inhaftierten der Justizvollzugsanstalt Kiel 1992. Beteiligung an zahlreichen Ausstellungen wie: Landesschau BBK 1987 und 1988; Stockwerke, Kulturzentrum Pumpe Kiel 1991; Ausstellung zum Gottfried Brockmann Preis, Stadtgalerie Kiel 1994; Hasseer Künstler i.d. Michaelis Kirche Kiel 1995; Künstleraustausch Gdansk-Kiel, Rathaus Danzig 1995; tabula rasa – Symposium mit polnischen u. deutschen Künstlern, Landeshaus Kiel 1997; 10 Jahre Prima Kunst e.V. 1997; Für Toleranz, Burgkloster Lübeck 1998; Schweigende Mehrheit – Anti-Kriegs-Performance, Kiel 1999; Gegen rechte Gewalt, BBK in Kiel, Elmshorn, Bad Oldesloe und Pinneberg 2000; Künstlerinnen, Neue Schule Wasserkoog 2001; Arkadas, Interkulturelle Wochen, Medusa-Hof Kiel, DAA 2001; Widersprüche, Ateliergemeinschaft neunziggrad, Kiel 2003; Freunde, Schloss Ritzebüttel Cuxhaven 2003; Inseln des Glücks, Kunsthaus Rhenania Köln 2004; Das Rohe und das Gekochte, Bildhauersymposium Bothkamper Mühle 2006; Ab Morgen, Performance mit Anne Bockardt im Schaufenster von Sport Karstadt Kiel, 100 Jahr Feier Fußgängerzone Kiel 2006; Koblasa 75, Galerie Kruse Flensburg 2007; Nimbus, Katharinenkirche, Kirchenbarkau 2008; Neun Knoten, Kunstkreis Preetz; Symposium Osterby/ Eckernförde 2009; Zeitsprünge, Offener Kanal Kiel, Einzelausstellung 2010.

Aphrodites Schleier, 12 Übermalungen eines druckgrafischen Deckblattes des Mappen Werkes von Max Klinger mit dem Titel: Brahm´s Phantasien, Opus 12, anlässlich einer Ausstellung der Kunsthalle zu Kiel von Max Klinger Grafiken im Jahr 1983. Mischtechnik auf Karton, 2008, 33 x 23,5 cm