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Anke Müffelmann
Geb. 1963, lebt und arbeitet in Kiel, verheiratet, drei Kinder
Als Mutter dreier Töchter und als Tochter einer Mutter, die 1943 mit ihrer Mutter aus dem „Osten“ nach Norddeutschland floh, ist mein Leben stark an die Reflektion von Frau und Muttersein geknüpft. Mich interessieren dabei die Widersprüchlichkeiten im klaren Selbst-Bewusst-Sein des Weiblichen und die gesellschaftliche Realität von tief sitzenden Rollenklischees. Durch Verschleierung und der damit einhergehenden Distanzierung wird die Person der Frau für den Mann zum Bild und bleibt Projektionsfläche. Die Frau als Spiegel männlicher Projektionen führt auch zu Tränen, die es Männern erlauben, ihre ungeweinten Tränen nicht weinen zu müssen. In meiner Tränen-Melkmaschine werden die Konzepte von Mütterlichkeit und die Projektionsfläche der Angst verzahnt und gleichzeitig absurd verbildlicht.
Aus der Keramik kommend beschäftigt sich Anke Müffelmann naturgemäß mit Gefäßen und ihren kulturell aufgeladenen Bedeutungen. Dabei verlässt sie den Bereich der Gebrauchskeramik und schafft Objekte, deren tradierte Symbolik sie im Kontext der Gegenwart zu neuen Gleichnissen verwandelt. Interkulturalität spielt in ihrer Arbeit eine besondere Rolle: in den Formen und Ritualen der Fremde wird das eigene Unerklärliche sichtbar.
Studium der Kunstgeschichte in Hamburg und anschließend Studium der Druckgrafik und der keramischen Plastik an der Muthesiusschule Kiel. Escola Belas Artes do Porto, Portugal, 1990 –1991; Statens Kunstakademi Oslo, Erasmus-Stipendiatin 1994; Preis der NordWestLotto Schleswig-Holstein für Diplomanden,1995. freie Atelierarbeit bei Prof. Kerstin Abraham 1996-97; Studienreise nach Ägypten und Israel 1999, danach eigenes Atelier in Kiel, freiberuflich tätig als Künstlerin, Schwerpunkt keramische Plastik. Gründung und Leitung der Galerie Garrafeira, Kuration von Ausstellungen zeitgenössischer keramischer und bildender Kunst 2002 bis 2005; künstlerische Leitung der internationalen Projekte „peace of art“, „radius of art“ und „Partnerschaften Kiel-Palästina“ mit dem Amt für Kultur- und Weiterbildung Kiel und der Heinrich-Böll Stiftung SH; 2005 bis 2009. Seit 2010 Leitung des Projektes „research-based art /art-based research“ für Muthesius Kunsthochschule und Heinrich Böll Stiftung SH. Ausstellungen/ Auswahl: Deutsche Keramik 95, Westerwald, „meine geliebten eins, zwei, drei“, Keramische Mosaikarbeiten, Werkstattgalerie im Güldenhaus, Bremen 1995; Landesschau des BBK, Kunsthalle Kiel 1996; Arte no Campo, Galeria Municipal Arménio Lousa, Matosinhos, Portugal 1996; Kunstfelder, Landart-Symposium in Schinkel 1996; Die Keramische Fläche, Westerwald 1997; Trienale des Norddeutschen Kunsthandwerkes, Schleswig 1997; Lusitania - Terra da Luz, Symposium und Ausstellung, Porto, Portugal 1997; Zwischen den Deichen, Büsum 1999; Viel ist mehr, Galerie EL, Lübeck 1999; Trienale des Norddeutschen Kunsthandwerkes, Schleswig-Schwerin 2000; ZART - Symposion und Ausstellung, Landeskulturzentrum Salzau 2000; Verbrannte Erde – Heiliges Wasser, Galerie EL (Einzel), Lübeck, 2001; Internationale Keramikbienale, Mamer, Luxemburg 2002; Galerie Lüth, Halebüll (mit Cora Korte) 2002; Fofftein, Brunswiker Pavillon, Kiel 2003; AOK – open House, Kiel (mit Cora Korte) 2003; Trienale des norddeutschen Kunsthandwerkes, Cismar und Güstrow 2003; Jeune ceramique européen - Festival des Arts ceramiques, Frankreich 2004 ; Altar und Tafel, Landeskulturzentrum Salzau 2004; Haut, Brunswiker Pavillon, Kiel 2005; standpunkte - Kunstraum B, Kiel 2005; Trienale des Norddeutschen Kunsthandwerkes, Schloß Gottorf 2006; piece of art – peace of art, Flandernbunker Kiel 2006; BOA Galerie, Oslo Norwegen 2009; Träume from eleven to ten, Schleswig, Galerie auf der Freiheit 2010; Feuer und Flamme, Brunswiker Pavillon, Kiel 2010. Seit 1998 regelmäßige Teilnahme an den Landesschauen des BBK.

desperate housewifes, Installation mit Porzellanobjekten, 2011, 300 x 300 cm
Mutterland, Installation mit Bett und diversen Materialien, 2011, 200 x 200 cm
Tränenmelkmaschine, Installation mit Keramikobjekten und diversen Materilien, 2011, 100 x 200 cm
Anke Müffelmann
Born 1963 in Hamburg, lives and works in Kiel. Studied Graphic and Ceramic arts at Muthesius Hochschule Kiel. Since 1996 free artist. Paricipation in international art– and cultural projects in USA, Norway, Portugual, Israel und Egypt.
Thinking from the origin of ceramics Anke Müffelmann naturally is dealing with bins, containing spaces and their cultural uploaded meanings. She leaves the area of domestic ceramics creating unexpected objects by changing their traditional symbolic into a metaphor of the present. Intercultural research plays a certain role: the forms and rituals of the foreign reflects the invisible of the own.
Pic.: Birthing Bed with Tears, Ceramic and Red Gum 2001; Home of Souls 4, Porcelain, 2000; Rowing Boat, Stoneware, 200